Der Process

nach Franz Kafka

 


"Die zum Sterben Bereiten, sie lagen am Boden, sie lehnten an den Möbeln, sie klapperten mit den Zähnen, sie tasteten, ohne sich vom Platz zu rühren, die Wand ab."
Traum Kafkas

 Der Roman "Der Prozeß" schildert die von vornherein scheinbar aussichtslosen Bemühungen des Prokuristen Josef K., sich gegenüber einem Gericht zu verteidigen, das ihn ohne Angabe eines näheren Grundes verhaften läßt. K. versucht, den Prozeß zu beeinflussen, muß jedoch bald feststellen, daß es unmöglich ist, zu einer höheren Instanz vorzudringen und muß letztlich auch erkennen, daß sein Schicksal besiegelt wurde, ohne dass er jemals die Möglichkeit hatte, in seine Sache einzugreifen.

Was ist am Schicksal K.s interessant für uns?
 K. ist machtlos gegenüber dem System, in dem er lebt und an das er unbeirrt geglaubt hat. Je tiefer er in das System eindringen will, desto undurchsichtiger und komplexer wird es. Dies sind Erfahrungen, die man im "gut organisierten" Staats-, Bürokratie-, Gerichts-, Schulwesen usw. häufig machen muß. Die Schuldfrage, die im Roman eine hohe Stellung einnimmt, faszinierte uns. Was ist Schuld, was ist Unschuld. Wessen hat sich K. schuldig gemacht? Ist es eine juristische, moralische oder eine sexuelle Schuld? Oder ist K. wirklich vollkommen unschuldig und Opfer eines voll organisierten, allgegenwärtigen, bürokratischen Beamtenwesens? Wessen machen wir uns im Alltag schuldig, Schuld, die nicht bestraft wird, die im gerichtlichen Sinne gar keine ist? Auch fragten wir uns, worauf wir konkreten Einfluss haben und wieviel Macht andere wirklich über uns haben, auch wenn die Macht und Einflusslosigkeit nicht unbedingt die im Stück oder im Roman dargestellte Form hat.

 

 

Schauspieler:
Daniel Bieber, Melanie Bolz, Stefanie Brookmann, Verena Goetz, Wolfgang Grote, Thorsten Haseke, Frank Huhn, Kathrin Krone, Kathrin Küchenmeister, Simone Mir Haschemi, Tino Niederstebruch, Miriam Nykiel, Hamid Pour-Abbas, Katrin Ries, Arturo Sánchez Herrero, Sebastian Sasse, Daniela Tost, Elenore Wilk, Andreas Wollenberg

Regie:
Hans Twittmann
Ulas Erbas

Technik:
Thorsten Siemann
Pia Thilmann

 

 

 

Bilder vom Stück: